Deutsch
English

Ja, ich möchte informiert werden, wenn ein neues Fotogeschichte-Heft erscheint!

Ihr Name:

Email:

Paul Senn: Mittagessen in der Bergschule, 1935 (Gottfried Keller-Stifung, Winterthur)

Markus Schürpf, Büro für Fotografiegeschichte Bern

www.fotoBE.ch - Onlinelexikon und Repertorium der historischen Fotografie im Kanton Bern

Veröffentlichungsform: Online – Institution: Büro für Fotografiegeschiche Bern, Schweiz – Einreichung/Abschluss: offizielle Aufschaltung 22. November 2008  – Art der Finanzierung: Gelder öffentlicher Stellen und Stiftungen sowie Eigenmittel – Kontaktadresse: fotoBE@lorraine.ch

Erschienen in: Fotogeschichte 110, 2008

Die Beschäftigung mit Fotografie boomt. Noch nie war das Interesse am Medium so groß wie heute, laufend erscheinen neue Publikationen, Museen präsentieren Ausstellung um Ausstellung. An der Basis aber sieht es nicht sehr gut aus. Wer nämlich den Rahmen der etablierten Institutionen verlässt, kann Besorgniserregendes erleben. Nebst den Problemen der Bestandserhaltung ist die Sicherung von sekundären Daten ein weitgehend vernachlässigter Punkt. Was fehlt, sind Nachschlagewerke, die Daten über Autorinnen und Autoren, Vereine oder Körperschaften, die fotografisch tätig waren, und Informationen über Bestände, deren Standort und Beschaffenheit dokumentieren und für Fachleute sowie interessierte Laien verfügbar machen.

Diese einfache Idee stand am Anfang von fotoBE. Aufbauend auf einer gut zehnjährigen Tätigkeit im Bereich der Vermittlung begann das Büro für Fotografiegeschiche Bern 2003 mit der Dokumentation von Informationen über Fotografinnen und Fotografen, sowie dem Nachweis von Bestandesdaten. Als Partner kamen die Universitätsbibliothek Bern, die für das Hosting und die Programmentwicklung verantwortlich war, und das Staatsarchiv des Kantons Bern, das in Fragen der Bestandeserhaltung zur Seite stand, hinzu. Ziel war, beschränkt auf den Kanton Bern möglichst das gesamte fotografische Schaffen seit 1839 zu dokumentieren. Für die Bewältigung dieser Vorgabe entstand eine zweifache Struktur von Lexikon und Repertorium. Das Lexikon sollte die Gesamtheit der Fotografinnen und Fotografen verzeichnen, das Repertorium die im Kanton Bern vorhandenen Bestände. Als Standards dienten Nachschlagewerke, wie sie für die Schweiz in anderen Sachgebieten schon länger existieren. Für das Lexikon waren die Vorbilder das "Schweizerische Künstlerlexikon" (www.sikart.ch) und das "Historische Lexikon der Schweiz" (www.hls-dhs-dss.ch), das Repertorium wurde in Anlehnung an das "Repertorium der handschriftlichen Nachlässe in den Bibliotheken und Archiven der Schweiz" (www.helveticarchives.ch) konzipiert. Neu und ohne Parallele war der Gedanke, die beiden Instrumente zu einem zusammenzufügen.

Nach fünf Jahren Laufzeit sind die Resultate mehr als zufriedenstellend. Gegenüber den ca. 1000 erwarteten Fotografinnen und Fotografen figurieren im Lexikon nun über 1600 Einträge, ungefähr ein Drittel davon weist kürzere oder längere Biografien und zum Teil umfangreiche Bibliografien nebst Ausstellungsnachweisen auf. Bei anderen beschränken sich die verfügbaren Daten auf den Kerneintrag, einen Bestandesnachweis oder auch nur eine bibliografische Notiz. Die Form des Onlinelexikons ermöglicht die laufende Ergänzung, sobald neue Befunde vorliegen. Im Repertorium sind gegenwärtig Daten von an die  50 Institutionen konsultierbar, darunter nationale Archive und Museen.

Struktur und Programmierung von fotoBE haben sich ebenso bewährt wie das Vorgehen über eine lückenlose Bibliografie und die Datenbeschaffung mittels Interviews. Bewährt hat sich aber auch die Beschränkung auf die reine Vermittlung von Textdaten und der Verzicht auf Bilder. Zentral ist jedoch die Einsicht, dass die erschöpfende Dokumentation von Daten über Fotografie zurück bis in ihre Anfänge durchaus machbar ist, und ausgehend von den Erfahrungen im Kanton Bern auch für die ganze Schweiz umsetzbar erscheinen. Die Planungen dafür sind bereits angelaufen. Im Hintergrund sind auf fotoBE über den Kanton Bern hinaus um 4000 Einträge zu Personen vorhanden. Dazu wird der Schritt zur sprachlichen Erweiterung über das Deutsche hinaus auf die weiteren Landessprachen vorbereitet.