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Bücher, kurz vorgestellt

  • David Campany: Walker Evans: The magazine work, Göttingen: Steidl, 2014, 223 S., 32 x 24,5 cm, zahlreiche Abb. in Farbe und S/W, gebunden, 48 Euro.

Walker Evans, einer der bekanntesten und einflussreichsten amerikanischen Fotografen, wurde bis vor kurzem in der großen Öffentlichkeit kaum als Zeitungs- und Magazinfotograf rezipiert. Nun unternimmt der englische Fotohistoriker und Kurator David Campany, der an der University of Westminster lehrt, den Versuch, das publizistische Rückgrat der Fotoarbeiten von Walker Evans freizulegen. Er rekonstruiert die wechselnden grafischen Entwürfe sowie die Text-Bildbezüge, in denen Evans’ Bilder (darunter auch viele Postkarten aus seiner Sammlung) veröffentlicht wurden. Der Band enthält zahlreiche, wunderbar gedruckte, meist doppelseitig reproduzierte Zeitungs- und Magazinseiten. Walker Evans publizierte in Architekturzeitschriften wie Architectural Forum ebenso wie in auflagenstarken Illustrieren und Zeitschriften, etwa in Harper’s Bazaar, Vogue, Life und vor allem in der Zeitschrift Fortune, für die er zwischen 1945 und 1965 als „photo editor“ tätig war.

  • Alessandra Mauro (Hg.): Photoshow. Landmark Exhibitions that defined the History of Photography, London: Thames & Hudson, 2014, 372 S., 27 x 20,5 cm, zahlreiche Abb. in S/W und Farbe, gebunden mit Schutzumschlag, 50 Euro.

In den letzten Jahren verstärkte sich innerhalb der Fotografiegeschichte das Interesse für die medialen Veröffentlichungsformen der Fotografie. Erforscht wurden etwa das Fotobuch oder Zeitschriften und Zeitungen. Der vorliegende Band beschäftigt sich mit der Geschichte der Fotografie im Medium Ausstellung. In zehn Kapiteln stellen international bekannte Autoren (etwa Gerry Badger, David Spencer, Michel Frizot u.a.) wichtige Fotoausstellungen des 19. und 20. Jahrhunderts (u.a. in teils seltenen Abbildungen) genauer vor. Die Auswahl reicht von den frühen englischen Fotoausstellungen um 1850 bis hin zur publikumswirksam inszenierten Ausstellung „here is new york“, die nach dem Attentat auf das World Trade Center zusammengestellt wurde. Ein Literaturverzeichnis fehlt leider, dafür eröffnet ein Index Wegweiser durch das breite Themenfeld.

  • Steffen Siegel (Hg.) Neues Licht. Daguerre, Talbot und die Veröffentlichung der Fotografie im Jahr 1839. Reihe: Photogramme, hg. von Bernd Stiegler, Paderborn: Wilhelm Fink Verlag, 2014, 23 x 16 cm, 518 S., zahlreiche Abb. in S/W, kartoniert, 59 Euro.

Wer sich intensiv mit der Pionierzeit der Fotografie beschäftigt, wird um dieses Buch künftig kaum herumkommen. Noch nie wurde die öffentliche Ankündigung des neuen Verfahrens im Jahr 1939 derart genau in zeitgenössischen Pressestimmen und Reaktion dokumentiert wie hier.  Die Vielstimmigkeit dieses frühesten Diskurses über die Fotografie, die im Buch eindrucksvoll zum Ausdruck kommt, zeigt, dass die künftige Rolle des neuen Mediums nicht von vorneherein klar war, sondern dass diese vielmehr ein Ergebnis praktischer und theoretischer Aushandlungen war. Die einzelnen Dokumente sind sachkundig kommentiert, ein umfangreiches Nachwort beschließt den Band.

  • Simon Weber-Unger (Hg.): Naturselbstdrucke. Dem Originale identisch gleich, Wien: Album Verlag, 2014, Texte von Mila Moschik und Matthias Svojtka, 30 x 22,5 cm, 205 S., zahlreiche Abb. in Farbe und S/W, geb., 52 Euro.

Ein wunderbares Schau-, Lese- und auch Geschenkbuch, hervorragend gestaltet und gedruckt.  Gewissermaßen eine Rarität, so wie das Thema, um das es geht: Naturselbstdrucke. Die Technik, Objekte der Natur durch Abdruck zu konservieren bzw. nachzuzeichnen, ist seit Jahrtausenden bekannt. Seit dem 16. Jahrhundert erlebte sie eine Renaissance, etwa in der Botanik. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts spielte der Naturselbstdruck eine wichtige Rolle in der frühen fotografischen Entwicklung. Talbot, Anna Atkins und andere experimentierten mit Pflanzenfotogrammen. Die Österreicher Alois Auer und Andreas Worring entwickelten um 1850 ein galvanoplastisches Naturselbstdruckverfahren, das es mit der noch jungen Fotografie aufnahmen wollte. Auer versprach „schnellste Anfertigung, unübertreffliche Ähnlichkeit mit dem Originale, zahllose Menge und grösste Wohlfeilheit“. Die Fotografie setzte sich durch, genau aus den genannten Gründen.

  • DVD: Das Jahrhundert des Cartier-Bresson. Ein Film von Pierre Assouline, Arte France, Fondation Henri Cartier Bresson (Erstausstrahlung: 2012), Arte Edition/Absolut Medien, 2014. Länge 52 Minuten plus 12 Minuten Extra: Kontaktabzüge, 14,90 Euro. Bestellung: www.absolutmedien.de

Seit einigen Jahren produziert der deutsch-französische Fernsehsender ARTE interessante Dokumentationen zur Fotografiegeschichte, die anschließend in DVD-Editionen gewissermaßen für längere Zeit „haltbar“ gemacht werden. 2008 erschien die ausgezeichnete dreiteilige DVD-Serie „Kontaktabzüge“, 2012 startete die auf 12 Teile angelegte DVD-Edition „Photo“. Und nun liegt die Dokumentation über Henri Cartier-Bresson, eine Ikone der Fotografie des 20. Jahrhunderts, vor. Der knapp einstündige Film kann und will nichts wirkliche Neues zu HCB beitragen, aber er bietet einen guten Überblick über das Leben des Fotografen und einige seiner wichtigsten Fotoreportagen.

  • Monika Faber, Magdalena Vukovic (Hg.): Tanz der Hände. Tilly Losch und Hedy Pfundmayr in Fotografien 1920–1935, Wien: new academic press, 2014. Mit Beiträgen von Andrea Amort, Ines Rieder und Magdalena Vukovic; Reihe: Beiträge zur Geschichte der Fotografie in Österreich, Bd. 7, 108 S., 21,5 x 21 cm, zahlreiche Abb. in Farbe und S/W, kartoniert, 12,50 Euro.

Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte die Tanzfotografie in Wien eine Blüte. Zahlreiche Schulen propagierten moderne Richtungen im Tanz, auch die Staatsoper, lange Zeit ein Hort der Tradition, öffnete sich in Richtung Moderne. In enger Zusammenarbeit zwischen Tänzerinnen und Fotografen entstanden neue fotografische Ausdruckformen. Bekannte Wiener Fotografen, wie Trude Fleischmann, Rudolf Koppitz, Grete Kolliner oder Madame d’Ora haben die Tänzerinnen ihrer Zeit abgelichtet. Die Publikation stellt Tanzfotografien zu zwei herausragenden Tänzerinnen dieser Jahre, Hedy Pfundmayr und Tilly Losch, vor und verortet sie in der Fotoszene der Zwischenkriegszeit. Anlass für die Studie ist die Erwerbung des fotografischen Nachlasses von Hedy Pfundmayr durch das private Photoinstitut Bonartes in Wien. Diesem Bestand werden Fotos aus öffentlichen (etwa aus dem Wiener Theatermuseum) und privaten Sammlungen gegenübergestellt.

  • Peter Baum: En face. Künstler und Ambiente. Photographien aus 60 Jahren, Wien: Böhlau 2014. 351 S., 28,5 x 23 cm, zahlreiche Abb. in Farbe und S/W, gebunden Mit Schutzumschlag, 39 Euro.

Peter Baum war ein erfolgreicher Kulturmanager, zwischen 1973 und 2004 war er Direktor der Neuen Galerie der Stadt Linz. Er hat eine bedeutende Fotosammlung aufgebaut und zahlreiche Fotoausstellungen kuratiert. Weniger bekannt ist, dass Baum, der zuerst als Maler und Grafiker gearbeitet hatte, schon sehr früh selbst fotografierte. Im vorliegenden Band wird, so heißt es im Klappentext, „anhand von 380 Photographien (Künstlerporträts, Szene- und Reportagephotos) das ebenso herausfordernde wie kurzweilige visuelle Fazit eines langen Berufslebens“ dokumentiert. Gewiss, es gibt faszinierende Porträts in dem Band, v.a. aus den frühen Jahren, aber auch viele, viele belanglose Schnappschüsse. Die biografische und kulturhistorische Einordnung seines eigenen fotografischen Werks übernimmt Baum gleich selbst, weitere Autoren kommen nicht zu Wort.

  • Agnes Husslein-Arco, Matthias Boeckl, Harald Krejci (Hg.): Hagenbund. Ein europäisches Netzwerk der Moderne, München: Hirmer Verlag, 2014. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Unteren Belvedere, 11. Oktober 2014 bis 1. Februar 2015, 447 S., zahlreiche Abb. in Farbe und S/W, 49,90 Euro.

Der in Wien um 1900 gegründete Hagenbund war eine wichtige Künstlervereinigung, die weit über die österreichische Hauptstadt hinausstrahle, etwa nach Prag,  München, Budapest, Lemberg, Bratislava, Krakau oder Triest, und die international gut vernetzt war. Ausstellung und Buch stellen den Hagenbund und seine Mitglieder erstmals umfassend vor, wobei die innovative Rolle des Bundes nach 1918 besonders hervorgehoben wird. Im Anhang finden sich 226 Künstler und Künstlerinnen mit biografischen Einträgen und Hinweisen zu ihrer Rolle in der Künstlervereinigung. Schade, dass die Querbezüge zur Fotografie, die es durchaus gegeben hätte, nicht weiter berücksichtigt wurden. Insgesamt aber eine wichtige, beeindruckende Publikation.

  • Michael Hagner, Bernd Stiegler, Felix Thürlemann (Hg.): Charles Nègre. Selbstporträt im Hexenspiegel, Paderborn: Wilhelm Fink Verlag, 2014. Mit Texten von Peter Herzog, Felix Thürlemann, Inge-Cathrin Hauswald, Maren Neumann, Bernd Stiegler, Michael Hagner, Jan van Brevern, Valentin Groebner, Steffen Siegel, Susanne Regener und Rudolf Gschwind, 126 S., 29 x 24 cm, zahlreiche Abb. in S/W und Farbe, kartoniert, 24,90 Euro.

Es gibt wenige Bücher, die nur einem einzigen Bild gewidmet sind. Die vorliegende Publikation untersucht eine Daguerreotypie von Charles Nègre, der sich um 1845 mit einer speziellen optischen Vorrichtung, einem sog. Hexenspiegel, im Selbstporträt festgehalten und zugleich vervielfacht hat. Heute befindet sich das Bild in der privaten Fotosammlung der Fondation Herzog in Basel. Der Band geht auf die Vorträge eines Workshops zurück, der auf Einladung des „Zentrums „Geschichte des Wissens“ am 1. und 2. März 2012 an der ETH Zürich stattfand und durch weitere Beiträge erweitert wurde.

  • Boris Friedewald: Meisterinnen des Lichts. Große Fotografinnen aus zwei Jahrhunderten. München, London, New York: Prestel, 2014, 21,5 x 27 cm, 240 S. mit zahlreichen Abb. in Farbe und S/W, Hardcover, 34,95 Euro.

„Eine Frau. Eine Kamera. Ein Auge, das durch die Kamera schaut.“ So belanglos, wie die Einführung anhebt, endet diese auch: „Und nun? Sehen Sie selbst!“ Wer sich einen wissenschaftlichen Band erwartet oder ein enzyklopädisches Nachschlagewerk, wird leider herb enttäuscht. Der Autor, ein Dramatiker und Kunsthistoriker, bezieht die risikolose Position schlechthin, indem er aus bereits publizierten Monografien biografische Kurzporträts von 55 Fotografinnen destilliert und diese mit zwei, drei ihrer bekanntesten Werke bebildert. Auf eigene Recherchen und die Einbeziehung grauer Literatur wurde dabei verzichtet. Offenbar auf schnellstem Wege produziert findet man hier in etwa so viel wie in Wikipedia-Artikeln. Immerhin eingängig zu lesen sind die hübsch in Form gebrachten Lebensgeschichten.

  • Sabine Schulze, Leonie Beiersdorf, Dennis Conrad (Hg.): Krieg und Propaganda 14/18, München: Hirmer Verlag 2014. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 20. Juni bis 2. November 2014, 223 S., 28 x 22 cm, zahlreiche Abb. in Farbe und S/W, kartoniert, 34,90 Euro.

In fünf Themenfeldern untersucht der Katalog die Rolle der Propaganda in der Kriegsführung des Ersten Weltkriegs: Die Stichworte lauten Mobilisierung, Dämonisierung, Heroisierung, Authentisierung und Partizipation. Vorgestellt wird anhand zahlreicher sehr guter Bildreproduktionen ein interessanter Querschnitt durch die internationale (nicht nur die deutsche) Weltkriegspropaganda. Die Aspekte zu Fotografie und Film greifen nicht auf neue Recherchen zurück, sondern fassen bekannte Ergebnisse zusammen. Ein biografischer Abschnitt, in dem bekannte Propagandisten des Krieges vorgestellt werden sowie ein Literaturverzeichnis schließen den Band ab.

  • Ulrich Hägele: Walter Kleinfeldt. Fotos von der Front. Photos du front 1915–1918, Münster, New York: Waxmann Verlag, 2014, Reihe: Visuelle Kultur, Bd. 8, 187 S., 23 x 16 cm, zahlreiche Abb. in S/W, kartoniert, 24,90 Euro.

Im Frühjahr 1915 meldete sich der kaum 16-Jährige Walter Kleinfeldt (1899–1945) aus dem schwäbischen Reutlingen freiwillig an die nordfranzösische Front, wo er als Richtkanonier eines Artilleriegeschützes tätig war. Mit im Soldatengepäck hatte er eine einfache Plattenkamera, mit der er seine Kriegseindrücke dokumentierte. Der Tübinger Kultur- und Medienwissenschaftler Ulrich Hägele hat diese Fotografien nun sorgsam kontextualisiert und mit Hilfe der ebenfalls erhaltenen Feldpostbriefen und einem Tagebuch Kleinfeldts zu interessanten Fotoband zusammengestellt. Das Buch begleitet eine Ausstellung, die bereits an zahlreichen Orten in Deutschland und Frankreich zu sehen war. Kleinfeldts Fotos sind bis zum 1. März 1915 unter dem Titel „Der fotografierte Krieg. Der 1. Weltkrieg zwischen Propaganda und Dokumentation“ im Stadtmuseum Tübingen ausgestellt.

  • Jutta v. Zitzewitz: Die Stadt, der Highway und die Kamera. Fotografie und Urbanisierung in New York zwischen 1945 und 1965, Berlin: Deutscher Kunstverlag 2014, 271 S., 24 x 17 cm, zahlreiche Abb. in S/W, kartoniert, 38 Euro.

Wir alle haben Bilder der Stadt New York im Kopf. Keine andere Stadt wurde derart oft fotografiert (und gefilmt). Wie die Fotografie die Wahrnehmung dieser Metropole geformt hat und wie umgekehrt die Stadtentwicklung von fotografischen Bildern beeinflusst wurde, ist das Thema dieser anregenden Studie. Sie geht auf eine Dissertation zurück, die die Autorin 2009 am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt Universität Berlin eingereicht hat. Jutta v. Zitzewitz zeigt, wie erhellend es ist, wenn die Kunstgeschichte den Hochsitz der Kunst verlässt und sich auf das Terrain der Stadtentwicklung, Architektur, aber auch der Alltagskultur begibt. Ein umfassendes Literaturverzeichnis regt zur weiteren Lektüre an, ein Register erleichtert die Orientierung für jene Leser, die stichprobenartig vorgehen. Schade, dass die (in vielen Fällen aus Publikationen selbst abfotografierten) Abbildungen teilweise ein wenig flau und kontrastarm geworden sind.

  • Tim Tolsdorff: Von der Stern-Schnuppe zum Fix-Stern. Zwei deutsche Illustrierte und ihre gemeinsame Geschichte vor und nach 1945, Köln: Herbert von Halem Verlag, 2014, 560 S., 21 x 14 cm, Abb. in S/W, kartoniert, 34 Euro.

Am 19. Dezember 2013 ging Tim Tolsdorff mit seinen Erkenntnissen erstmals an die Öffentlichkeit. In einem langen Artikel für die Frankfurter Allgemeine Zeitung hinterfragte er unter dem Titel „Die braunen Wurzeln des Stern“ lange kultivierte Mythen der 1948 gegründeten und bald größten europäischen Nachkriegsillustrierten Stern. Er wies nach, dass das Zeitungskonzept auf eine 1938 gegründete, zeitweise sehr erfolgreiche (Auflage 750.000 Stück) NS-nahe Illustrierte gleichen Namens zurückging, die später in die Soldatenpostille Erika umgewandelt wurde. Nun reicht der Medienwissenschaftler Tolsdorff auf 560 dicht bedruckten und fast bilderlosen Seiten die Details seiner Forschungen nach. Der Publikation liegt seine Dissertation zugrunde, die er im Dezember 2012 an der Technischen Universität Dortmund eingereicht hatte.

  • Erich Lessing: Anderswo, hg. von Thomas Reche, Wädenswil: Nimbus Verlag, 2014. Mit einem Nachwort des Herausgebers, 168 S., 30 x 21 cm, 112 Abb. in Duotone, gebunden mit Schutzumschlag, 36 Euro.

International bekannt geworden ist Erich Lessing mit seinen Bildern des Ungarnaufstandes 1956. Die Reportagen aus Budapest wurden weltweit gedruckt. Lessing, geb. 1923 in Wien, überlebte den Nationalsozialismus in Palästina, 1951 wurde er in die Agentur Magnum aufgenommen. Seine große Zeit als Fotojournalist erlebte er in den 1950er Jahren, von der vorliegende Band handelt. Er dokumentiert, in meist unveröffentlichten Aufnahmen, seine Reisen durch das politisch geteilte Europa. Von besonderem Interesse sind seine Reportagen aus den kommunistischen Ländern (etwa Polen, die Sowjetunion, Ungarn, Georgien usw.). In einprägsamen Bildern hielt Lessing nicht nur die großen politischen Ereignisse fest, sondern warf auch einen Blick auf den Alltag der Menschen.

  • Adrian-Silvan Ionescu (Hg.): Szathmári. Pioneerring photographer and his contemporaries, Bukarest: Oscar Print 2014, 24 x 16,5 cm, 300 S., zahlreiche Abb. in S/W und Farbe, geb., ISBN: 978-9736683770 (Information und Bestellung:adriansivan(at)hotmail.com

Carol Szathmári (1812–1887), der Zeit seines Lebens in Bukarest arbeitete, war um die Mitte des 19. Jahrhunderts europaweit als Fotograf bekannt. Internationale Anerkennung fand er als Fotograf des Krimkrieges (1854–1856), seine Bilder wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt. Er gilt bis heute als der wichtigste Pionier der rumänischen Fotografie. Anlässlich seines 200jährigen Geburtstags fand 2012 in der rumänischen Akademie der Wissenschaft  in Bukarest eine internationale Tagung über die Rolle Szathmáris im fotografischen Kontext seiner Zeit. Der Band dokumentiert (leider in erbärmlicher Grafik und Druckqualität und in einer abenteuerlichen Sprachmischung) die Beiträge dieser Veranstaltung. Larry J. Schaaf verortet den Fotografen in der europäischen Fotografie, Monika Faber stellt ein Album des Fotografen Andreas Groll aus dem Banat vor und Konrad Klein proträtiert Theodor Glatz, einen Zeitgenossen aus Siebenbürgen.

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