Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Fotografie

hg. von Dr. Anton Holzer

Simone Förster

Arthur Kösters Fotografien der Bauten von Erich Mendelsohn. Studien zur Architekturfotografie der 1920er Jahre

Veröffentlichungsform: Dissertation, Institution: Technische Universität Berlin, Institut für Kunstwissenschaft, Prof. Dr. Robert Suckale (Technische Universität Berlin), Prof. Dr. Andreas Haus (Universität der Künste Berlin), Einreichung/Abschluss: Dezember 2005/April 2006, Art der Finanzierung: Privat, Kontaktadresse: simone.foerster(at)gmx.de

Erich Mendelsohn (1887 – 1953) zählt bis heute zu den bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Seit der Fertigstellung des Einsteinturmes 1923 fotografierte der Berliner Architekturfotograf Arthur Köster (1890 – 1965) die Bauten Mendelsohns bis zu dessen Emigration 1933. Die Kooperation von Erich Mendelsohn mit Arthur Köster ist ein besonders bemerkenswertes Beispiel, da beide in der Zusammenarbeit Höhepunkte ihres künstlerischen Schaffens erreicht haben.

Arthur Köster fotografierte als einer der meistbeschäftigten Architekturfotografen im Berlin der späten 1920er Jahre für nahezu alle Architekten der Avantgarde und des Neuen Bauens. Trotzdem ist Kösters Person und Werk bislang kaum in der Fotografie- und Architekturgeschichte berücksichtigt worden. In der Zusammenarbeit mit Mendelsohn entwickelte Köster einen Bildstil, der sich nicht nur durch moderne fotografische Ästhetik auszeichnet, sondern auch architektonische Gestaltungsprinzipien visuell charakterisiert. Diese außergewöhnliche Fähigkeit zur Synthese führte zur ausschließlichen Zusammenarbeit von Erich Mendelsohn mit Arthur Köster.

Zentraler Forschungsgegenstand der Dissertation sind über 300 im Erich Mendelsohn-Archiv in der Kunstbibliothek Berlin erhaltene Originalfotografien von Arthur Köster, die bislang zu großen Teilen als anonym galten. Erweitert um zugeschriebene Motive in zeitgenössischen Publikationen stellt eine Werkliste erstmals alle für Mendelsohn entstandenen Fotografien von Arthur Köster vor. Die Arbeit geht u.a. folgenden Fragestellungen nach: Welchen Einfluss hat der Bau und seine Form und der Architekt und seine Architekturtheorie auf die Bildgestaltung des Fotografen" Wirkt die Präzisierung eines Baugedankens in der Fotografie auch auf den Entwurfsprozess des Architekten weiter" Inwieweit wird moderne Architektur sogar im Hinblick auf die Darstellung im fotografischen Bild gestaltet" In Verbindung mit der Theorie und künstlerischen Praxis des Neuen Sehens und der Neuen Sachlichkeit werden die Wirkmechanismen der Architekturfotografie entschlüsselt und hiervon ausgehend ihre Bedeutung für die Architekturwahrnehmung und das Architekturverständnis der 1920er Jahre herausgestellt. Da sich kein Quellenmaterial (wie z.B. Geschäftskorrespondenz) über die Zusammenarbeit von Köster und Mendelsohn erhalten hat, sind für die Bearbeitung der Fragestellungen auch die Einbeziehung der architekturtheoretischen Schriften, der Briefwechsel, des zeichnerischen und publizistischen Werkes Erich Mendelsohns von Bedeutung. Zur Analyse der Fotografien werden Kösters Arbeiten für andere Architekten, die zeitgenössische künstlerische Fotografie und Aufnahmen anderer Fotografen und Ateliers von Mendelsohn-Bauten hinzugezogen.

Literatur:

Simone Förster: Arthur Kösters Fotografien der Bauten von Erich Mendelsohn. Ein Beitrag zur Geschichte der Architekturfotografie der 1920er Jahre, Berlin 2008, 402 Seiten, Paperback - 49,90 Euro

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