Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Fotografie

hg. von Dr. Anton Holzer

Anton Holzer

Ein Dank an Dieter Mayer-Gürr

Vergangenheit und Zukunft der Zeitschrift Fotogeschichte

Erschienen in: Fotogeschichte, Heft 138, 2015

Seit über 25 Jahren erscheint die Zeitschrift Fotogeschichte im Jonas Verlag in Marburg, der seit seiner Gründung vonDieter Mayer-Gürr geführt wird. Nach 37 Verlegerjahren, übergibt Mayer-Gürr den Verlag Anfang 2016 in jüngere Hände. Der Jonas Verlag – und damit auch die Zeitschrift Fotogeschichte – wird künftig unter einem neuen verlegerischen Dach im Weimar weitergeführt.

Seit 1989 erscheint die Fotogeschichte im Jonas Verlag in Marburg. Nun, Ende 2015, Anfang 2016 ist es Zeit, zurückzublicken und zu berichten, wie es mit der Fotogeschichte und dem Jonas Verlag in Zukunft weitergeht. Es ist aber auch Zeit, Dank abzustatten. Dass die Fotogeschichte seit über einem Vierteljahrhundert im Jonas Verlag eine bewährte verlegerische Heimat gefunden hat, ist nicht zuletzt einer Person zu verdanken, Dieter Mayer-Gürr, ihrem langjährigen Verleger. Er hat nicht nur den Jonas Verlag 35 Jahre lang geführt, sondern er hat auch die Fotogeschichte über viele Jahre mit großem Interesse begleitet. Ja mehr noch: Er hat immer, auch bei Gegenwind, an die Zeitschrift geglaubt und sie nach Kräften unterstützt, er war jahrzehntelang ein guter Freund der Zeitschrift und – das sei besonders hervorgehoben – er ist ein Abonnent der ersten Stunde!

Als ich 2001 die Herausgeberschaft der Fotogeschichte übernahm, lernte ich Dieter Mayer-Gürr als ruhigen, engagierten, stets freundlichen und vor allem zuverlässigen Verleger kennen, der nicht nur ein berufliches, sondern auch ein privates Faible für die Fotografie hat. Gleich beim ersten Treffen brachte er seine Kamera mit und fotografierte. Man kann sich als Herausgeber auf der Verlagsseite keinen besseren Partner wünschen.

Seine Arbeit als Verleger hat Dieter Mayer-Gürr 1978 gemeinsam mit zwei anderen Buchbegeisterten begonnen. Zusammen gründeten sie den Jonas Verlag, um, wie sie sagten, Bücher zu produzieren, die sie am Buchmarkt vermissten. Dieses Engagement hat Früchte getragen. In fast 40 Jahren ist ein beachtliches, über 500 Titel umfassendes Buchprogramm erschienen. Es war stets der Anspruch des Verlags und des Verlegers nicht irgendwelche Bücher zu machen, sondern handwerklich und grafisch sorgfältig aufgemachte Publikationen, die interessant und schön zugleich sind. Zu den Programmschwerpunkten Kunstgeschichte, Kulturforschung, und Ethnologie und Alltagsforschung trat schon früh auch die Fotografie. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Timm Starl, der Gründungsherausgeber der Fotogeschichte, Ende der 1980er Jahre auf der Frankfurter Buchmesse mit Dieter Mayer-Gürr zusammentraf und die Idee entstand, die fotohistorische Vierteljahreszeitschrift künftig nicht mehr im Eigenverlag herzustellen und zu vertreiben, sondern im Jonas Verlag. Mit Heft 31, 1989 (das den 9. Jahrgang einleitete) wechselte die Fotogeschichte also zum Jonas Verlag. Das neue Verlagsumfeld hat der Zeitschrift gut getan, ihre Reichweite und ihre Auflage stiegen an – bis heute. Herstellung, Druck und Aboverwaltung wurden auf professionelle Beine gestellt. Aber auch der Jonas Verlag profitierte von der Fotogeschichte und baute nach und nach einen Programmschwerpunkt zur Fotografie auf. Seit vielen Jahren ist der Verlag eine wichtige Anlaufadresse für Autorinnen und Autoren aus den Bereichen der Fotografie, Fotogeschichte und Medienwissenschaften, wichtige Studien zum Thema erschienen bei Jonas, ebenso etliche Ausstellungskataloge.

Mit Jahresbeginn 2016 gibt Dieter Mayer-Gürr die Verantwortung für den Jonas Verlag ab. Aber wer ihn kennt, weiß, dass er sich nicht ganz aus der Arbeit zurückziehen wird. Er wird weiterhin von Marburg aus Buchprojekte betreuen und – das ist ein Glück für die Fotogeschichte – in den nächsten paar Jahren weiterhin die Herstellung der Zeitschrift betreuen. Der Jonas Verlag zieht von Marburg nach Weimar und wird künftig unter gleichem Namen von der Verlegerin Dr. Bettina Preiß weitergeführt. Diese hatte 1992 in Bonn den kunst- und kulturhistorisch orientierten Verlag VDG gegründet. Seit 1994 hat ihr Verlag seinen Sitz in Weimar und firmiert unter VDG Weimar. Seit kurzem gehört auch der Bauhaus Universitätsverlag zu dieser Verlagsgruppe. Nun kommt mit dem Jonas Verlag ein dritter programmatisch verwandter Verlag hinzu. Ebenfalls unter derselben Adresse hat das online erscheinende Portal Kunstgeschichte (www.portalkunstgeschichte.de) seinen Sitz. Diese verlegerischen Synergien, die künftig in Weimar gebündelt werden, kommen künftig auch der Zeitschrift Fotogeschichte zugute. Für die Abonnenten der Fotogeschichte sowie ihre Leserinnen und Leser ist dieser Verlagswechsel mit keinerlei Änderungen verbunden. Für die Autorinnen und Autoren bleibt weiterhin die Wiener Redaktion die Ansprechstelle. Ich selbst werde die Fotogeschichte in Zusammenarbeit mit dem neuen Verlag mit gleicher Freude und gleichem Engagement als Herausgeber betreuen.

 

Wien, Marburg, Dezember 2015

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