
Daniel Siemens: Der Fotograf Fred Stein. Ein deutsch-jüdisches Leben 1909–1967, Berlin: Ch. Links Verlag, 2026, 336 S., zahlreiche Abb. in S/W, gebunden mit Schutzumschlag, 28 Euro.
Erschienen in: Fotogeschichte, Heft 181, 2026
Am Umschlag des Buches ist der Oberkörper und Kopf des Fotografen Fred Stein im Profil zu sehen. Der junge Mann hat das rechte Auge leicht zugekniffen, vor dem linken hält er seine Leica. Der Apparat war ein Geschenk, das sich das junge Paar Fred Stein und Liselotte Salzburg (von Fred Stein stets Lilo genannt) zu ihrer Hochzeit im August 1933 selbst gemacht hatten. Damals war noch nicht klar, dass die Jungverheirateten, beide jüdischer Herkunft, schon wenige Monate später, im Oktober 1933, ihre Heimatstadt Dresden für immer verlassen würden. Und es war noch nicht abzusehen, dass die Vertriebenen, zuerst in Paris, später in New York, künftig aus der Fotografie, die sie sich als Amateure selbst und ursprünglich als Hobby angeeignet hatten, einen Beruf machen würden.
Ihre ersten Bilder verkauften sie in Paris, die erste Station ihrer Flucht. Aus Not, um wirtschaftlich überleben zu können. Daraus wurde bald eine Profession, die ein gewisses Einkommen sicherte. Lilo und Fred Stein arbeiteten als fotografisches Duo jahrzehntelang zusammen, er fotografierte (meistens), sie übernahm die Entwicklungs- und Laborarbeiten und half beim Verkauf der Bilder mit. Es gehört zu den bitteren Seiten ihres Lebens, dass das Fotografieren, das beide mit so viel Energie und Begeisterung betrieben, in ihren vielen Jahren, die sie im Exil verbrachten, kaum genug zum Leben abwarf. Lilo Stein, die aus einer wohlhabenden großbürgerlichen Dresdner Familie stammte, steuerte im Exil mit ihren diversen „Zusatztätigkeiten“, die in Wirklichkeit meist die Haupteinnahmequelle des Paares bildeten, deutlich mehr zum bescheidenen Unterhalt bei als der Verkauf der Bilder einbrachte. In Paris arbeitete sie unter anderem als Köchin, in New York als Näherin, Haushaltshilfe und Hilfskindergärtnerin. Der Berufsweg des Richters, den Fred Stein nach seinem Jusstudium anvisiert hatte, den er aber wegen der NS-Verfolgung nicht verwirklichen konnte, hätte gewiss einen anderen Lebensstandard gesichert als das Metier des Fotografen.
Obwohl die Biografie von Daniel Siemens den Titel Fred Stein. Ein deutsch-jüdisches Leben 1909–1967 trägt, erzählt sie nicht nur von einem, sondern über weite Strecken von zwei Leben. Denn Fred und Lilo Stein waren nicht nur im Privaten ein Paar, sondern arbeiteten auch im Bereich der Fotografie stets gemeinsam. Fred Stein meinte daher nach dem Krieg einmal, er und seine Frau seien immer „ein 2-Mann-Betrieb“ gewesen. Dass das Leben und Arbeiten der beiden zu einem Großteil außerhalb Deutschlands stattfinden musste, wird bereits durch die beiden Fotos angedeutet, die diese Biografie als Vor- und Nachsatz eröffnen und schließen. Beide Aufnahmen entstanden in New York, wo das Paar seit 1941 lebte, nachdem es von Marseille aus den Atlantik überquert hatte.
Der Biograf Daniel Siemens, der an der Newcastle University Geschichte lehrt, schlägt in seinem Buch einen großen zeitlichen und inhaltlichen Bogen. Dieser folgt der Lebensgeschichte von Fred Stein und seiner Frau Lilo von der bürgerlichen Kindheit in Dresden zu Beginn des 20. Jahrhunderts über die großen politischen Brüche (Nationalsozialismus, Flucht, Krieg und Exil) hinweg bis zu den beruflichen und privaten Neuanfängen in Paris und New York und der späten und vorsichtigen Wiederannäherung Steins an sein Heimatland Deutschland. Aber die Biografie ist keineswegs nur eine Chronologie zweier Protagonisten, die von Deutschland über Frankreich in die USA führt. Geschickt verwebt der Autor die beiden Lebensgeschichten mit jenen gesellschaftspolitischen Entwicklungen und Strömungen, die die Biografie der beiden nachhaltig geprägt haben. Dazu gehören, um nur einige Aspekte zu nennen, die nationalsozialistische Verfolgung, die politische Stimmung im Paris der 1930er Jahre, das soziale und politische Engagement der Pariser Emigranten in den Jahren des Spanischen Bürgerkriegs, das soziale und intellektuelle Netzwerk des Exils, die internationalen Bemühungen um Flucht und Rettung. Dazu gehört aber auch die Schilderung der Kriegs- und Nachkriegssituation in den USA, etwa die politische Stimmung des Kalten Kriegs, der antikommunistische Kreuzzug der späten 40er und 50er Jahre, die Rolle der New Yorker Photo League und nicht zuletzt das intellektuelle Netzwerk der europäischen Exilanten in New York, in dem sich die beiden bewegten. Das Buch liefert auch interessante Hintergründe (aus der Sichtweise eines Exilanten) über die gesellschaftliche und politische Situation im Nachkriegsdeutschland, zu dem Fred Stein in den 1950er Jahren wieder zunehmend Kontakt aufnahm und das er mehrmals bereiste.
Die Biografie ist gut und spannend geschrieben, immer wieder wechselt der Biograf die Perspektive, in kürzeren und längeren Kapiteln werden abwechselnd Freunde und Kolleg:innen, Porträtierte, aber auch politische Themen und Hintergründe „eingeblendet“. Auf diese Weise werden langatmige Ausführungen, die einer strikten biografischen Chronologie folgen, vermieden. Man folgt dem Autor gerne auf seinem biografischen Streifzug, der zwei Leben und fast ein ganzes Jahrhundert aufblättert. Fred Stein ist heute als Fotograf kein Unbekannter mehr, im Gegenteil. Seit einigen Jahren wird er wiederentdeckt. Dabei kam sein später, posthumer Ruhm einigermaßen unerwartet. Denn nach seinem Tod wurde es jahrzehntelang sehr ruhig um seine Person und sein Werk. Die letzte größere publizistische Resonanz hatte er mit dem 1961 erschienenen Bildband Deutsche Porträts erlebt. Das Buch, dessen Konzeption freilich nicht in Steins Händen lag, war als publizistische Werbeaktion der noch jungen Bundesrepublik gedacht. Entstanden war das Werk unter der Regie und mit Förderung der Deutschen Bunderegierung, die in den Jahren nach der NS-Zeit mit einer Sammlung fotografischer Porträts berühmter Deutscher imagemäßig als „intellektuelle Nation“ wieder Fuß fassen wollte. Die männlich dominierte Porträtgalerie (unter denen sich bezeichnenderweise nicht wenige NS-Belastete befanden), die im Buch vorgestellt wird, war ein publizistischer Erfolg. Und dennoch: Eine von Stein erhoffte Fortsetzung dieses Projekts oder andere Publikationen in Deutschland kamen zu Lebzeiten nicht zustande. Damit zerschlug sich auch die Hoffnung Steins, in Deutschland als Fotograf stärker Fuß fassen zu können. Dazu kam, dass sich in den 1960er Jahren Steins gesundheitliche Probleme mehrten und diese ihn zunehmend am Fotografieren hinderten.
Als Stein Fred 1967 mit nur 58 Jahren starb, hinterließ er ein fotografisches – schwerpunktmäßig vom Porträt gekennzeichnetes – Lebenswerk, das umfangreich war und dessen Zustandekommen aufregend und abwechslungsreich gewesen war. Aber als durch und durch erfolgreich wird man seine berufliche Karriere nicht bezeichnen kann. Es gehört zu den Vorzügen der Biografie von Daniel Siemens, dass er den Fotografen, dessen Leben und Werk er sichtlich zugetan ist, nicht als Star der Exilfotografie präsentiert, sondern sehr nuanciert und detailreich auch auf die vielen Schattenseiten der beruflichen und privaten Existenz fernab der Heimat eingeht. Fred Stein hat zeitlebens zahlreiche berufliche Projekte und Vorhaben verfolgt, von denen sich aber viele, allzu viele zerschlagen haben. Er war findig und geschickt im Entwickeln neuer Verkaufsideen, aber viele dieser Ideen brachten eben nicht den gewünschten Erfolg. Das Scheitern hat Fred Steins Biografie mindestens ebenso geprägt wie der (oft ausbleibende, oft nur sich sehr zaghaft einstellende) Erfolg. Die Folge der vielen Rückschläge war, dass sich oft resignierende Töne in seine Korrespondenz mischen, in der Phase der Krankheit dann auch depressive Stimmungen.
Dass Fred Steins Werk nach vielen Jahrzehnten vermehrt wieder an die Öffentlichkeit gelangte, ist zu einem nicht unerheblichen Teil auf die unermüdlichen Aktivitäten seines 1943 geborenen Sohnes Peter Stein zurückzuführen. Dieser hat von seinem Vater die Faszination für Bilder und visuelle Kompositionen übernommen und war als Filmemacher und Filmlehrender in den USA erfolgreich. Er war es auch, der das Fotoarchiv des Vaters mitsamt dessen umfangreicher Korrespondenz und anderer Unterlagen, in Stanfordville nördlich von New York City, wo er bis heute lebt, sorgsam aufbewahrt und für die Forschung erschlossen und zugänglich gemacht hat. 1995 wurde aus diesem Bestand im New Yorker International Center of Photography (ICP) unter dem Titel „Fred Stein’s New York“ eine kleine, 40 Abzüge umfassende Schau (allerdings ohne Katalog) gezeigt.
Seit den 2010er Jahren verstärkte sich die öffentliche Resonanz deutlich. Aus dem privaten „Fred Stein Archive“ heraus wurden eine Reihe von Ausstellungen konzipiert, oft mit begleitenden Katalogen und Bildbänden, die unterschiedliche Aspekte des fotografischen Werks zugänglich machen. Dazu kam 2021 ein Film von Dawn Freer und Peter Stein, der unter dem Titel „Out of Exile. The Photography of Fred Stein“ mit den Mitteln des bewegten Bildes in das Fotoarchiv und Leben Fred und Lilo Steins eintaucht. Auch Daniel Siemens biografische Recherche wäre ohne die enge und offene Zusammenarbeit mit Peter Stein und dem „Fred Stein Archive“ nicht möglich gewesen. Die umfangreiche Korrespondenz des Fotografen ist ein zentraler Schlüssel und zugleich hauptsächlicher Quellenkorpus, der bei der Rekonstruktion von historischen Ereignissen und Freundschaften, von politischen Haltungen und beruflichen Initiativen von großer Bedeutung war.
Unter Zuhilfenahme zahlreicher „O-Töne“ aus der zeitgenössischen Korrespondenz und Publizistik rekonstruiert der Biograf die Lebensgeschichten plastisch und sehr lebendig. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit bildet die Auseinandersetzung mit der politischen Vita Fred Steins, der sich bereits mit 15 Jahren politisierte und sich zugleich von den elterlichen religiösen Anschauungen (sein Vater war Rabbiner) distanzierte und später die Nähe zu linkssozialistischen Kreisen suchte. Seine politischen Aktivitäten setzte Stein (mehr als seine Frau Lilo) auch im Exil fort, vor allem in Paris, wo er regelmäßig politische Versammlungen besuchte und auch für linke Zeitungen fotografierte. In den USA blieb Stein ein aufmerksamer und politisch hellwacher Zeitgenosse, aber er exponierte sich weniger offen politisch. Nicht zuletzt unter dem Druck und Eindruck der aggressiv anti-kommunistischen McCarthy Ära, aber auch, weil er sich vom Stalinismus distanzieren wollte, trat er 1945 aus der linken, seiner Meinung nach vor allem kommunistisch dominierten, New Yorker Photo League wieder aus, über die er in den ersten Jahren des Exils Zugang zu einem Netzwerk engagierter Fotografen und Fotografinnen gefunden hatte.
Daniel Siemens setzt sich intensiv mit der fotografischen Arbeit Steins auseinander, er zeigt auf, wie Stein zum Fotografen und insbesondere zum Porträtfotografen wurde. Bereits 1934, als er in Paris mit dem professionellen Fotografieren begann, forderte Stein in einem programmatischen Text, dass das fotografische Porträt „unter die Oberfläche“ eines Menschen blicken solle. Stein war vor allem als Porträtist gefragt und bekannt. Er suchte einen dialogischen Kontakt mit seinem Gegenüber und entwarf Bilder, die die Züge der Persönlichkeit hervortreten ließen. Während des Krieges fand er, stets bemüht, neue Einkünfte zu erschließen, Anschluss an die von deutschen Emigranten gegründete New Yorker Fotoagentur Black Star, die Fotos und Reportagen an die Presse verkaufte. Aber seine Erfolge als Pressefotograf blieben eher bescheiden. Die Einkünfte, die ihm das Black Star-Engagement einbrachte, blieben jedenfalls weit hinter den Erwartungen zurück. Und dies, obwohl Stein ein ausgezeichnetes fotografisches Gespür für Augenblicke des Alltags hatte, wie seine vielen Beispiele der New Yorker Street Photography beweisen.
Es wäre lohnend gewesen, dieser Diskrepanz zwischen dem ausgeprägten fotografischen Gespür und den oft eklatanten Misserfolgen als Fotojournalist genauer nachzuspüren. Dazu wäre es notwendig gewesen, Steins fotografische Handschrift mit fotografischen Positionen der amerikanischen und europäischen Fotoszene um die Mitte des 20. Jahrhunderts beispielhaft und detaillierter herauszuarbeiten. Siemens erwähnt zwar, dass die Steins 1934 in Paris Gerda Taro (mit bürgerlichem Namen Gerda Pohorylle) und Robert Capa (Endre Friedmann) kennenlernten (weil Pohorylle eine Zeit lang in ihrer Pariser Wohnung in Untermiete wohnte), aber die getrennten fotografischen Wege, die beide einschlugen, verfolgt der Biograf nicht weiter. Capa war als Reportagefotograf um ein Vielfaches erfolgreicher als Stein, weil er die Logik der damals großen Bildmassenmedien, der Magazine und Illustrierten, aber auch die Logistik und das Geschäftsmodell des Bilderhandels, die über Fotoagenturen lief, weitaus besser verstand. Es ist nicht bekannt, ob Stein und Capa auch in New York wieder aufeinandertrafen. Gewiss ist aber, dass der langsamer arbeitende und medial weit weniger wendige Stein, der bereits bei Black Star eher in der zweiten als in der ersten Reihe stand, nicht in das Konzept und das rasante Arbeitstempo der quirligen, selbstorganisierten Fotoagentur Magnum gepasst hätte. Ob er eine Mitgliedschaft je in Erwägung gezogen hat, wissen wir nicht.
Nicht das schnelle Geschäft der Illustrierten war also das Terrain, das Stein als Fotograf suchte, sondern das viel langsamere Entwickeln sorgfältig komponierter Porträts, aber auch alltäglicher Momente im städtischen Leben. Daneben faszinierte ihn auch das Medium des Fotobuches, das einer anderen, langsameren, Medienlogik gehorcht als das rasante Zeitungsgeschäft. Stein bemühte sich beharrlich, Verlagen Fotobücher vorzuschlagen. Bereits 1944, als der Krieg in Europa dem Ende zusteuerte, waren seine Frankreich-Fotos von der Organisation „American Relief for France“ (neben den Bildern anderer Fotografen) für den Bildband Paris – Avenue des Champs Elysèes verwendet worden. Nach dem Krieg wollte er einen weiteren Band über Paris machen, der nicht verwirklicht wurde. Sein Fotobuch 5th Avenue, das nach etlichen Verzögerungen und Problemen mit zwei beteiligten Verlagen schließlich 1947 im Pantheon Verlag und im Jahr darauf noch einmal bei Querido erschien, war kommerziell durchaus erfolgreich und schien ein neues berufliches Fenster für den Fotografen zu eröffnen.
Dass dieses New York-Buch als fotografisches Projekt relativ konventionell konzipiert ist, hat vermutlich mehrere Gründe. Stein wollte zum einen einen Band für ein breites, sicher auch touristisches, Publikum machen. Zum anderen dachte Stein als Fotograf nicht in avantgardistischen, revolutionären Kategorien, und auch nicht in der Logik der damals überaus populären, mehrteiligen und mehrseitigen Bild-Textgeschichten, die in überraschenden und gewitzten Layouts ein neues, künstlerisch interessiertes Publikum ansprachen. Er dachte vielmehr in der Präsentation und Ästhetik in Mainstream-Kategorien. Das 5th Avenue-Buch sei, so urteilte die New York Times bei seinem Erscheinen, „wie ein glorifizierendes Handbuch für Touristen“, ein hartes, aber nicht ganz unberechtigtes Urteil. Wenn man dieses Buch mit den bahnbrechenden Fotobüchern etwa von Robert Frank, William Klein oder Helen Levitt vergleicht, die nur wenige Jahre später erschienen, wird der konzeptuelle, grafische und fotografische Unterschied deutlich.
Neben dem New York-Band, der Beteiligung am erwähnten Paris-Buch und den Deutschen Porträts (auch dieses Buch war sehr konventionell gestaltet) erschienen zu Lebzeiten keine weiteren Fotobücher von Fred Stein mehr. 1948 und 1949 erschienen in New York seine Bilder in Form zweier Fotokalender unter dem (marketingträchtigen) Titel Picturesque New York im Verlag Lumen Publishers. Fred Stein, das zeigt Siemens sehr deutlich, wollte und musste mit seinen Fotos Geld verdienen. Daher musste er auch zu ästhetischen Zugeständnissen an ein breites Publikum bereit sein. Diese Orientierung am Mainstream hat ihm, ebenso wie sein jahrelanger Kampf ums ökonomische Überleben und seine Rolle als Exilant, das Fuß fassen in den USA erschwert. Breite Anerkennung fand er in seinem Gastland nicht. Das trifft nicht nur auf Stein, sondern auf viele andere Exilfotografen zu. So wie Stein wurden auch diese spät, oft viel zu spät, in Europa wiederentdeckt und zwar unter dem Etikett der emigrierten „Stars“. Diese, so hieß es, hätten es im Ausland zu Ruhm und Anerkennung gebracht hätten, auch wenn die alltägliche Praxis ihres Lebens und Überlebens, wie das Beispiel Steins eindrucksvoll zeigt, eine ganz andere war.
Obwohl Fred Stein mit seinen Werken in zahlreichen amerikanischen Museen und Sammlungen vertreten ist, ist seine Rezeption in den USA bis heute relativ bescheiden geblieben. Kein einziger der in den letzten Jahren erschienenen Kataloge wurde in den USA verlegt, keine einzige Ausstellung fand dort statt, sondern ausnahmslos alle verdanken sich deutschen Initiativen. Dieser Aspekt der posthumen fotografischen Rezeption hätte in der Biografie durchaus noch vertieft werden können. Und auch seine bescheidene Rezeption in den USA ist durchwachsen. Nach etlichen kleineren Präsentationen ist es schon seit längerm still um den Fotografen geworden. Es bedarf also noch erheblicher Anstrengungen, das Leben und Werk des Fotografen Fred Stein auch in seiner Wahlheimat, der er einen Großteil seines fotografischen Œuvres widmete, bekannt zu machen. Die Biografie von Daniel Siemens, die, so wäre zu wünschen, auch in einer englischen Übersetzung erscheinen sollte, könnte einen wichtigen Beitrag dazu leisten.